Wenn die Ahornblätter rot leuchten und der Duft des Osmanthus in der Luft liegt, begrüßen wir in diesem goldenen Herbst die Jahresversammlung 2015 der SJTU-Alumni in Deutschland. Diese Jahresversammlung fand am 10. und 11. Oktober im schönen Mannheim statt und wurde vom SJTU Alumni-Verein Deutschland ausgerichtet. Über vierzig Alumni aus Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Bayern und Berlin kamen zusammen, um sich an die Alumni-Freundschaft zu erinnern und über die Verbundenheit mit der Alma Mater zu sprechen. Am 11. hatten die Alumni in Deutschland zudem die Ehre, den stellvertretenden Rektor Huang Zhen und seine Begleitung in Deutschland zu treffen. Der Vortrag von Rektor Huang Zhen über die Alma Mater weckte bei allen Erinnerungen an ihre Universität und ließ sie umso mehr aufrichtigen Stolz über die heutigen glänzenden Erfolge der Alma Mater empfinden.
Die Jahresversammlung wurde von Generalsekretär Wang Peng moderiert. Zunächst hielt der Vorsitzende des Alumni-Vereins Deutschland, Yu Hao, die Eröffnungsrede und fasste zugleich die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahr zusammen. Der Verein förderte aktiv Austauschveranstaltungen unter Alumni, organisierte die Jahresversammlung und lokale Alumni-Treffen und übernahm so eine Brückenfunktion. Der stellvertretende Finanzverantwortliche des Vereins, Xu Haiyang, erstattete den Bericht zur Finanzlage des Vereins.
Die Mitgliederversammlung wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Chen Qi moderiert, Vorstandsmitglied Niu Yan war Protokollführer, und der Vorstand des Vereins wurde neu gewählt. Seit der Gründung des Vereins haben der Vorsitzende Yu Hao sowie die stellvertretenden Vorsitzenden Chen Qi, Wang Xiaodong und Zhang Xiaoyu viel Schweiß in Aufbau und Durchführung des Vereins investiert. In vier Jahren harter Arbeit schufen sie durch ihr Wirken eine Plattform für den Austausch und die Kommunikation der Alumni in Deutschland. Drei Vorstandsmitglieder gaben bekannt, sich nicht zur Wiederwahl zu stellen, und alle dankten ihnen mit dem herzlichsten Applaus für ihren Einsatz. Bei der Neuwahl des Vereins wurde der bisherige Generalsekretär Wang Peng zum neuen Vorsitzenden gewählt, die stellvertretenden Vorsitzenden sind Niu Yan und Xu Haiyang, Generalsekretärin ist Yu Wenjuan, Vorstandsmitglieder sind Du Weijie, Chen Hengsi, Guo Tengfei und Yang Angran.
Professor Cheng Xu von der Universität Karlsruhe bzw. dem Karlsruher Institut für Technologie, der zugleich der SJTU angehört, hielt für uns einen Vortrag über den Überblick über die Entwicklung der Kernkrafttechnik. Professor Cheng führte auf verständliche Weise in die Kernkrafttechnik ein, insbesondere unter dem Aspekt der Sicherheit, und verdeutlichte am Beispiel des Kernkraftwerks Fukushima, dass die Sicherheitsrisiken der Kernkraft vom Menschen und seinem Sicherheitsbewusstsein abhängen; zudem verglich er die Entwicklung der Kernkraft in China und Deutschland. Nach dem Vortrag lösten sich bei den Alumni die Missverständnisse über die Kernkraft, und sie gewannen eine völlig neue Sichtweise.
Die Einkommensteuer betrifft jeden in Deutschland arbeitenden Alumnus unmittelbar. Getreu dem Grundsatz, den Alumni zu dienen, lud der Verein eigens Frau Yu Yue von der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei HAPES ein, um den Vortrag „Steuerplanung und -erklärung bei der Einkommensteuer" zu halten. Frau Yu erläuterte, in welchen Fällen eine Einkommensteuererklärung erforderlich ist und wie man Steuererstattungen beantragt und legal Steuern spart. Nach dem Versicherungsvortrag im Vorjahr drang der Verein damit in weitere Bereiche des Alltags vor und half den Alumni in Deutschland, den komplizierten Prozess der Steuererklärung schnell zu durchschauen.
(Generalsekretär Wang Peng moderiert die Versammlung (links); Professor Cheng Xu stellt die Entwicklung der Kernkrafttechnik vor (Mitte); Frau Yu Yue erläutert die Einkommensteuererklärung (rechts))
Nach den beiden Vorträgen genossen alle beim Abendessen die vertraute chinesische Küche und erinnerten sich gemeinsam an die kleinen und großen Momente an der Alma Mater. Auch das Abendessen war eine hervorragende Gelegenheit zum Austausch; alle sprachen frei heraus, im Restaurant herrschte allerorten eine fröhliche und herzliche Atmosphäre. Nach dem Abendessen organisierte der Verein eine Bierrunde. Bei Bier plauderte man über Kurioses aus Arbeit, Studium und Leben, über Durchbrüche in den jeweiligen Fachgebieten und beklagte gelegentlich auch die Mühen des Doktorandenlebens. In leicht angeheiterter Stimmung schwanden die Distanzen zwischen den Alumni und die Verbundenheit vertiefte sich.
Am Vormittag des 11. hatten wir die große Ehre, den stellvertretenden Rektor Huang Zhen und seine Begleitung zu empfangen. Der stellvertretende Rektor Huang Zhen stellte uns die neuesten Entwicklungen der Alma Mater vor. In den vergangenen zehn Jahren haben sich Lehre und Forschungsstärke der Alma Mater rasant verbessert. Im weltweiten Hochschulranking der Gesamtstärke (ARWU) stieg sie von Platz 461 im Jahr 2004 in diesem Jahr auf Platz 136 und belegt damit nach der Tsinghua-Universität und der Peking-Universität den dritten Platz in diesem Ranking. Die SJTU legt großen Wert auf internationalen Austausch; Studierende aus über 100 Ländern lernen und leben an der SJTU, und der Anteil der SJTU-Studierenden mit Auslandserfahrung liegt bei bis zu 38 %. Die Alma Mater schafft für die Studierenden ein internationalisiertes Lernumfeld und kooperiert mit zahlreichen ausländischen Hochschulen bei gemeinsamen Studienprogrammen, was gute Ergebnisse erzielt hat. Rektor Huang ermutigte die Alumni in Deutschland zudem, nach Abschluss der Promotion an die Alma Mater zurückzukehren und dort weiter in der Forschung tätig zu sein.
(Der stellvertretende Rektor Huang Zhen stellt die neuesten Entwicklungen der Alma Mater vor)
Der Alumnus Chen Hengsi teilte in diesem Jahr einen Vortrag über die deutsche Energiewende mit uns und stellte anschaulich dar, wie die bodenständigen Deutschen den glanzvollen Prozess der Energiewende gestalten. Das Ziel der deutschen Energiewende ist es, bis 2050 einen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von 80 % zu erreichen; das deutsche Modell aus intelligenten Netzen und intelligenten Märkten ist eine „Ecolution" statt einer „Revolution". Der Alumnus Chen Hengsi ist zugleich Vorstandsmitglied des Vereins für erneuerbare Energien. Nach seinem Vortrag im Vorjahr „Der aktuelle Stand der Strommarktreform in China und die Erfahrungen der deutschen Strommarktreform" fasste sein diesjähriger Vortrag weiterhin die Reformerfahrungen des deutschen Stromsystems zusammen, die wertvolle Anregungen für die Strommarktreform in China bieten können.
Der Verein hatte die Ehre, den Weibo-Star, Rechtsanwalt Wang Chenglong („Der Wille des Drachen") von der Rechtsanwaltskanzlei EGSZ, einzuladen, der den Vortrag „Rechtliche Fragen der EU Blue Card und der selbständigen Existenzgründung" hielt – ebenfalls ein Thema, das viele Alumni, die weiterhin in Deutschland arbeiten und leben möchten, unmittelbar betrifft. Er stellte drei verschiedene Wege vor, in Deutschland zu arbeiten und zu leben: das gewöhnliche Arbeitsvisum, die EU Blue Card und die Existenzgründung. Das gewöhnliche Arbeitsvisum unterteilt sich in befristete und unbefristete Verträge; er erläuterte jeweils die Probezeit, die Urlaubsregelung, die Kündigung des Arbeitsvertrags und das Kündigungsschutzgesetz. Nach dem Vortrag befragten die Alumni Rechtsanwalt Wang zu ihren eigenen Anliegen. Wir sind überzeugt, dass dieser Vortrag den Alumni wirksam dabei helfen kann, Fragen zur Wahrung ihrer eigenen Rechte im Berufsleben zu klären.
Der letzte Vortrag stammte von unserem alten Freund, dem Alumnus Wu Xiaomao. Wie in den vergangenen Jahren stellte er uns das äußerst spannende Thema Echtzeit-Filmrendering und virtuelle Welten vor. Anhand lebendiger kurzer Filmclips erläuterte er den Unterschied zwischen Film- und Spielerendering und stellte auch die neuesten Entwicklungen seines Unternehmens vor. Die Alumni staunten über seine außergewöhnlichen Erfolge auf diesem Gebiet. Er verriet uns auch das Geheimnis seines Erfolgs: eine „positive Lebenseinstellung". Er erinnerte sich daran, wie er während seines Promotionsstudiums in einem BBS-Forum einen Bereich für Dissertationen einrichtete. Die Promotion ist ein Prozess der Selbstführung und Selbstreflexion; wegen des großen Forschungsdrucks entstehen dabei leicht negative Emotionen. Er richtete diesen Bereich ein, um die damals unter den Doktoranden verbreiteten negativen Emotionen zu kanalisieren. Er sagte den Alumni, die gerade ihre Promotion durchlaufen, dass sie dem Leben positiv begegnen, Schwierigkeiten überwinden und Interessen pflegen sollten. Der Erfolg des Alumnus Xiaomao ist untrennbar mit seiner stets positiven Grundhaltung verbunden. Während wir über seine glanzvollen Ergebnisse staunen, bewundern wir umso mehr, dass er allen Schwierigkeiten und Herausforderungen mit einem positiven und optimistischen Herzen begegnet.
(Chen Hengsi (links), Wang Chenglong (Mitte), Wu Xiaomao (rechts))
Erinnern Sie sich noch – am Ufer des Siyuan-Flusses klang lautes Lernen, und unvergesslich sind die liebevollen Lehrer, die uns still wie sanfter Regen prägten. Zu Mittag speisten wir gemeinsam mit Rektor Huang und seiner Begleitung. Beim Mittagessen sprachen wir frei über die kleinen und großen Momente an der Alma Mater und erinnerten uns an jene unreife und doch schöne Campuszeit. Durch den Alumni-Verein sind wir von Fremden zu Bekannten, von Bekannten zu Vertrauten und von Vertrauten zu Partnern geworden. Der Alumni-Verein ist genau eine solche Plattform, die uns, die wir fern in Deutschland sind, wegen jenes vertrauten Bodens zusammenführt und uns wegen jener Alumni-Freundschaft einander begegnen, kennenlernen und verstehen lässt. Lassen Sie uns diese Verbundenheit schätzen und uns im nächsten Jahr wiedersehen. Das kommende Jahr ist auch das 120. Gründungsjubiläum der Alma Mater, und wir hoffen, dass die Alumni in Deutschland im neuen Jahr in ihren jeweiligen Fachgebieten noch größere Beiträge leisten und der Alma Mater zum 120. Geburtstag das schönste Geschenk machen.


