Wieder ist Herbst-und-Winterzeit, wieder kommen wir in Frankfurt zusammen und knüpfen an alte Freundschaften an. Am 12. November 2016 erlebten wir den alljährlichen Feiertag der in Deutschland studierenden SJTU-Alumni: Über vierzig Alumni aus Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Bayern und der Region Berlin sowie Vizepräsident Zhang Ansheng nebst Delegation von unserer Alma Mater kamen zusammen, erinnerten sich an einst, sprachen über die Gegenwart und plauderten über die Zukunft.

Die diesjährige Jahresversammlung wurde von Generalsekretärin Yu Wenjuan moderiert. Zunächst hielt der Vorsitzende des Alumni-Vereins Deutschland, Wang Peng, die Eröffnungsrede. Er fasste die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahr zusammen: Im vergangenen Jahr hat der Verein den Austausch unter den Alumni aktiv gefördert, die Jahresversammlung sowie regionale Alumni-Treffen organisiert und damit die Rolle einer Brücke erfüllt.
Wir hatten die Ehre, von unserer Alma Mater Vizepräsident Zhang Ansheng, von der Alumni-Gesamtvereinigung Herrn Sang Dawei und Herrn Xing Bo, von der Konfuzius-Institut Heidelberg Direktor Zhai Yijiang, von der Kanzlei EGSZ Rechtsanwalt Wang Chenglong und von ARGO Frau Wu Chunmei, den Geschäftsführer des Sponsors EXP TECH GmbH, Herrn Wang Yuan, sowie den Geschäftsführer der Reisegruppe Deutsch-Chinesisch (Dehua) in Frankfurt, Herrn Liu Guozhen, als Gäste dieser Jahresversammlung begrüßen zu dürfen.

Bei der Selbstvorstellung der Alumni schilderten die Teilnehmer humorvoll und geistreich ihr Arbeits- und Studienleben in Deutschland und erinnerten sich an ihre Geschichten mit der Alma Mater; die Stimmung war ausgelassen, und es wurde unentwegt gelacht. Es freute uns sehr, dass in diesem Jahr vier „Doppel-SJTU“-Paare gemeinsam an unserer Jahresversammlung teilnahmen; die kleinen „SJTU-Kinder der zweiten Generation“ als jüngste Alumni ließen aller Herzen dahinschmelzen.
Der Winter kam dieses Jahr ein wenig früh: Zwar wehte draußen der eisige Wind, doch drinnen herrschte herzliche Wärme und Verbundenheit. Vizepräsident Zhang teilte mit uns die vielen kleinen Geschichten zwischen ihm und der Alma Mater. Als Angehöriger des Jahrgangs 1983 blickte er auf die enormen Veränderungen der SJTU in den vergangenen über dreißig Jahren zurück: Die Alma Mater hat in den letzten Jahren ihre Lehr- und Forschungsfähigkeiten rasant gesteigert, im weltweiten ARWU-Ranking der Gesamtstärke der Hochschulen wiederholt neue Höchstplatzierungen erreicht, und auch das Lern- und Lebensumfeld hat sich für alle stark verbessert. Die hervorragenden Lehrressourcen und die akademische Atmosphäre ziehen Studierende aus über 100 Ländern an, die an der SJTU studieren und leben, und der Anteil der SJTU-Studierenden mit Auslandsstudienerfahrung nähert sich der Hälfte; die Alma Mater bietet uns ein internationales Lernumfeld. Nach Vizepräsident Zhangs Ausführungen danken wir der Alma Mater von Herzen für das gute Lernumfeld, das sie uns bietet, danken den Generationen von SJTU-Angehörigen für ihren fleißigen Einsatz für die Alma Mater und bekräftigen umso mehr den Geist des „Am Wasser trinkend an die Quelle denken, das Vaterland lieben und die Schule ehren“, um uns in unseren jeweiligen Bereichen mit ganzer Kraft einzubringen.

Zum Vortragsteil hatten wir Rechtsanwalt Wang Chenglong von der Kanzlei EGSZ eingeladen. Er erläuterte allen das derzeit heißeste Thema des Immobilienkaufs, stellte die Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes im vergangenen Jahr vor sowie die rechtlichen Aspekte, die beim Immobilienkauf in Deutschland zu beachten sind.
Unser Alumnus Chen Qi, Vorsitzender der Vereinigung für Mathematik und angewandte Mathematik chinesischer Studierender in Deutschland, hielt für uns einen Vortrag über die Grundlagen des Deep Learning sowie Anwendungsbeispiele von CNN. Er erläuterte die zentralen mathematischen Grundlagen des Deep Learning und die konkreten Anwendungsschritte. Die Jahresversammlung der Mathematik-Vereinigung findet ebenfalls vom 3. bis 4. Dezember in Bad Herrenalb statt; interessierte Alumni sind herzlich zur Anmeldung eingeladen und können das Anmeldeformular über die Website der Vereinigung für Mathematik und angewandte Mathematik chinesischer Studierender in Deutschland unter http://www.gcma-ev.de beziehen.

Frau Li Xiaonan von der Versicherungsgesellschaft ARGO stellte uns Wissenswertes rund um die Unfallversicherung vor. Sie erläuterte ausführlich den Deckungsumfang der Unfallversicherung, die Bestimmungen zur Leistung und die Leistungshöhe. Die Unfallversicherung ist eine zusätzliche Absicherung für unser Arbeits- und Alltagsleben, die im Unglücksfall den Schaden auf ein Minimum begrenzt. Als Auslandsaufenthaltige sind wir die Sorge unserer Familien und unserer Alma Mater; wir hoffen, dass unsere Alumni in Deutschland stets auf ihre Sicherheit achten und wohlbehalten bleiben.
Die Shanghaier Küche beim Abendessen erweckte fast die Illusion, ins „Pantoffeltor“ zurückgekehrt zu sein. Auch das Abendessen war die beste Gelegenheit zum Austausch: Alle sprachen (aßen) frei (herzhaft) heraus (und tranken), im Restaurant herrschte allerorts eine fröhliche Stimmung, und alles war in bester Eintracht.

„Unternehmertum für alle, Innovation für alle“: Nach dem Abendessen veranstalteten wir ein Existenzgründer-Salon. Herr Sang Dawei stellte uns das allgemeine Umfeld der Existenzgründung in China vor, analysierte die wichtigsten Gründergruppen und die Erfolgsquoten verschiedener Gründerteams und analysierte zugleich viele Gründungsbeispiele von SJTU-Alumni. Herr Sang nannte zwei Fehler, die Gründerteams leicht begehen: Erstens, wenn das Budget nicht präzise geplant wird, reißt die Finanzierungskette ab, und die Gründung scheitert; zweitens, wenn das Unternehmen eine gewisse Größe erreicht hat, das Kräftemessen zwischen den Gründern des Teams und den Führungskräften – wie man gute Leistungsanreize schafft und verhindert, dass Schlüsselpersonen ihr eigenes Unternehmen aufziehen. Zum Bedauern der Redaktion konnte ich dieses Jahr meine Ideen zum Gründungsgeschäft nicht ausgiebig (genüsslich) mit allen bereden (auskosten) – verabreden wir uns fürs nächste Jahr?
Alkohol ist der Katalysator der Gefühle, und wie sollte solch ein schöner Abend ohne Alkohol auskommen? Vorsitzender Wang Peng hielt für alle einen „Fachvortrag“ über Whisky und ließ alle nacheinander fünf Whiskys verkosten; das Niveau stieg schlagartig von Sambia auf die Vereinigten Arabischen Emirate, und nicht wenige Alumni verliebten sich wie ich fortan in torfigen Whisky. Als es am ausgelassensten wurde, schien die Zeit stillzustehen; der Umtrunk zog sich bis ein Uhr morgens hin, und verlässlichen Berichten zufolge plauderten die meisten Alumni nach der Rückkehr im Bett weiter, bis das Schnarchen einsetzte. Ein wunderschönes Bild ...

Vom malzigen Nachduft des Tagungsorts begleitet begannen wir den Tagungsablauf des zweiten Tages. Zunächst hielt Alumnus Chen Hengsi einen Vortrag über die Liberalisierung des deutschen Strommarktes bis hin zur Energiewende. Er erörterte den Einfluss der neuen, kapitalarmen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien im deutschen Stromsystem auf das traditionelle, kapitalintensive Versorgungssystem und verglich sie anschaulich mit Ameise und Elefant. Die Überlegungen und Forschungen zur Reform des deutschen Strommarktes bieten ein gutes Vorbild und einen Bezugspunkt für die Reform des chinesischen Stromsystems; die Alumni äußerten dazu ihre unterschiedlichen Ansichten.

Die Mitgliederversammlung wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden Niu Yan moderiert und von Vorstandsmitglied Du Weijie protokolliert. Vorsitzender Wang Peng erstattete den diesjährigen Tätigkeitsbericht, der stellvertretende Vorsitzende Xu Haiyang den diesjährigen Finanzbericht. Die Versammlung beschloss durch Abstimmung das Thema der Erhöhung der Beiträge zur Jahresversammlung des Vereins und beschloss, den Jahresbeitrag des Vereins von 10 Euro auf 20 Euro und für eingeschriebene Studierende von 5 Euro auf 10 Euro zu erhöhen. Die Versammlung beschloss durch Abstimmung, Herrn Shen Guoqiang als Berater des Vereins zu berufen.
Erinnert ihr euch? Am Ufer des Siyuan-Flusses erklang lauter Lesegesang; unvergesslich sind die liebevollen Lehrer, die im Stillen ihr Wirken entfalteten. Auf der Alumni-Versammlung plauderten wir ausgiebig über die vielen kleinen Erinnerungen an einst mit der Alma Mater und dachten an jene unreife und doch schöne Campuszeit zurück. Über den Verein wurden wir vom Nichtkennen zum Kennen, vom Kennen zum Vertrautsein, vom Vertrautsein zur Zusammenarbeit – der Verein ist genau eine solche Plattform, die uns, die wir fern in Deutschland sind, wegen jenes heißgeliebten Bodens zusammenführt und uns wegen jener Alumni-Verbundenheit einander begegnen, kennenlernen und verstehen lässt. Lasst uns diese Verbindung wertschätzen und uns im nächsten Jahr wieder treffen. Sechzig Jahre bilden einen Zyklus; dieses Jahr feiert die Alma Mater ihren 120. Geburtstag. Wir hoffen, einen ganz neuen Weg zu beschreiten und durch unermüdlichen Einsatz und Vertiefung in der neuen Ära ein noch glanzvolleres Kapitel zu schreiben.
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